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<title>Operation Moses</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Operation Moses</span></h1>
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<p>Die <b>Operation Moses</b>, benannt nach dem biblischen <a href="Mose" title="Mose">Mose</a>, war die geheime Evakuierung von fast 8000 <a href="Beta_Israel" title="Beta Israel">äthiopischen Juden</a> nach <a href="Israel" title="Israel">Israel</a> zwischen dem 21. November 1984 und dem 5. Januar 1985.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ausgangslage">Ausgangslage</h2></div>
<p>Während der <a href="Hungersnot_in_%C3%84thiopien_1984%E2%80%931985" title="Hungersnot in Äthiopien 1984–1985">Hungersnot in Äthiopien 1984–1985</a> flohen Tausende Juden aus <a href="%C3%84thiopien" title="Äthiopien">Äthiopien</a> in den <a href="Sudan" title="Sudan">Sudan</a>, wo sie zusammen mit <a href="Muslim" title="Muslim">Moslems</a> und <a href="Christ" class="mw-redirect" title="Christ">Christen</a> in <a href="Fl%C3%BCchtlingslager" title="Flüchtlingslager">Flüchtlingslagern</a> (sogenannten „Hungerlagern“) untergebracht wurden. Schätzungen gehen von etwa 4000 <a href="Beta_Israel" title="Beta Israel">Falaschen</a> aus, die auf der Flucht infolge von Bürgerkrieg, Hunger, und Krankheiten auf dem langen Fußmarsch umgekommen sind. Der Staat Israel entschied sich, die jüdischen Flüchtlinge aufzunehmen und aus dem Sudan zu evakuieren. Das begann Anfang der 1980er Jahre mit geheimen Evakuierungsmaßnahmen des <a href="Mossad" title="Mossad">Mossad</a>, zuerst über Schiffe und dann über Flugzeuglandungen auf abgelegenen Wüstenpisten. Hauptquartier des Mossad war ein zur Tarnung betriebenes touristisches Tauchressort im sudanesischen Arous am <a href="Rotes_Meer" title="Rotes Meer">Roten Meer</a>.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Aufgrund der drohenden Hungersnöte beschloss man, das Unternehmen zu beschleunigen und bestach den sudanesischen Präsidenten (zusätzlich gab es diplomatischen Druck von den Amerikanern), der eine Evakuierung über <a href="Khartum" title="Khartum">Khartum</a> erlaubte unter Voraussetzung völliger Geheimhaltung. Hierfür benötigte Israel die Unterstützung durch eine neutrale Fluggesellschaft. Es wurden Kontakte mit dem belgischen Unternehmer <a href="Georges_Gutelman" title="Georges Gutelman">Georges Gutelman</a> aufgenommen, der die Flugzeuge seiner <a href="Charterflug" class="mw-redirect" title="Charterflug">Charterfluggesellschaft</a> <a href="Trans_European_Airways" title="Trans European Airways">Trans European Airways</a> (TEA) vom Unternehmen Israel Aircraft Industries warten ließ und zuvor schon mit der israelischen Regierung zusammengearbeitet hatte. Die Trans European Airways hatte in der Vergangenheit mehrfach <a href="Pilger" title="Pilger">Pilgerflüge</a> im Auftrag nordafrikanischer Fluggesellschaften nach <a href="Mekka" title="Mekka">Mekka</a> ausgeführt, so dass die Anwesenheit von TEA-Maschinen im Sudan keinen Verdacht erwecken würde. Gutelman stimmte der Verwendung seiner Flugzeuge zu. Die Flüge konnten jedoch nicht direkt nach Israel erfolgen, da in diesem Fall der ägyptische <a href="Luftraum" title="Luftraum">Luftraum</a> hätte durchquert werden müssen und die Geheimhaltung der Operation nicht mehr gewährleistet gewesen wäre. Gutelman entschied sich, die Flüge über den <a href="Flughafen_Br%C3%BCssel-Zaventem" title="Flughafen Brüssel-Zaventem">Flughafen Brüssel-Zaventem</a> auszuführen, den Heimatflughafen der TEA. Hierfür wurde das Einverständnis der belgischen Regierung benötigt. Im belgischen Justizminister <a href="Jean_Gol" title="Jean Gol">Jean Gol</a> fand Gutelman einen Unterstützer, sodass die Flüge schließlich mit Zustimmung des belgischen Premierministers <a href="Wilfried_Martens" title="Wilfried Martens">Wilfried Martens</a> beginnen konnten.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Durchführung"><span id="Durchf.C3.BChrung"></span>Durchführung</h2></div>
<p>Zwischen dem 21. November 1984 und dem 5. Januar 1985 wurden fast 7000 Falaschen auf dem Luftweg mit Flugzeugen der TEA nach Israel gebracht. Die vom Sudan erlaubten Flüge wurden nachts im Geheimen durchgeführt. Dazu wurden die Flüchtlinge mit Bussen zu einem stillgelegten Teil eines <a href="Milit%C3%A4rflugplatz" title="Militärflugplatz">Militärflugplatzes</a> in der Nähe von Khartum gebracht und von dort über <a href="Br%C3%BCssel" title="Brüssel">Brüssel</a> nach Israel ausgeflogen. Nachdem der ehemalige israelische Minister Arie Leib Dulzin in einem Interview erste Informationen über die Flüge preisgegeben hatte, wurde darüber unter anderem in der <i><a href="The_New_York_Times" title="The New York Times">New York Times</a></i> berichtet. Am 5. Januar 1985 hielt der israelische Ministerpräsident <a href="Schimon_Peres" title="Schimon Peres">Schimon Peres</a> eine <a href="Pressekonferenz" title="Pressekonferenz">Pressekonferenz</a> ab. Dabei wurde er von <a href="Journalist" title="Journalist">Journalisten</a> auf die geheimen Flüge angesprochen und bestätigte diese. Auf Druck der arabischen Staaten entzog der Sudan der Fluggesellschaft TEA noch am selben Tag die Landerechte. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Fluggesellschaft ca. 35 Flüge durchgeführt und insgesamt etwa 7000 Flüchtlinge nach Israel befördert. Nach dem Bekanntwerden der Operation blieben zunächst etwa 1000 Falaschen im Sudan zurück.
</p><p>Die Ankömmlinge wurden in Israel anfänglich freudig begrüßt. Die Operation Moses war ein Erfolgserlebnis angesichts einer Wirtschaftskrise, des <a href="Libanonkrieg_1982" title="Libanonkrieg 1982">militärischen Konflikts im Libanon</a> und einer nachlassenden <a href="Alija" title="Alija">Einwanderung</a> nach Israel. Kleidung, Spielsachen, Geld, kostenlose medizinische Versorgung und Sprachunterricht wurden von der israelischen Bevölkerung gespendet.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weitere_Entwicklung">Weitere Entwicklung</h2></div>
<p>800 der Zurückgebliebenen wurden erst im März desselben Jahres im Rahmen der <i><a href="Operation_Joshua" title="Operation Joshua">Operation Joshua</a></i> nach Israel gebracht. Sie kam auf Vermittlung des <a href="Vizepr%C3%A4sident_der_Vereinigten_Staaten" title="Vizepräsident der Vereinigten Staaten">amerikanischen Vizepräsidenten</a> <a href="George_H._W._Bush" title="George H. W. Bush">George Bush</a> zustande und wurde von der <a href="Central_Intelligence_Agency" title="Central Intelligence Agency">CIA</a> durchgeführt. Die äthiopischen Juden wurden nicht mehr zum Flughafen in Khartum gebracht, sondern zum verlassenen Flughafen Al-Azaza bei <a href="Al-Qadarif_(Sudan)" title="Al-Qadarif (Sudan)">al-Qadarif</a> im Osten des <a href="Sudan" title="Sudan">Sudan</a>.
</p><p>Auch nach Abschluss dieser Operation gab es immer noch mehr als 1600 <a href="Waise" title="Waise">Waisenkinder</a> in Israel, die ihre Familien in Äthiopien oder dem Sudan zurückgelassen bzw. verloren hatten. Die Operationen <i><a href="Operation_Salomon" title="Operation Salomon">Salomon</a></i> (1991) und <i><a href="Operation_Taubenfl%C3%BCgel" class="mw-redirect" title="Operation Taubenflügel">Taubenflügel</a></i> (2011) vervollständigten die Einwanderung der Falaschen nach Israel.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Folgen">Folgen</h2></div>

<p>Obwohl die <a href="Rabbiner" title="Rabbiner">Rabbiner</a> in Israel die Falaschen als jüdisch erklärten, wurden sie anfangs von einem Großteil der israelischen Bevölkerung nicht akzeptiert. Man meinte, die Falaschen seien weder jüdisch noch gut genug gebildet und würden gefährliche afrikanische Krankheiten nach Israel einschleppen.
</p><p>Eine große Schwierigkeit für die Falaschen selber war der plötzliche Wechsel von ihrem gewohnten <a href="Landwirtschaft" title="Landwirtschaft">Agrarleben</a> hin zu einem modernen, entwickelten Stadtleben. Außerdem fiel es den meisten schwer, die Landessprache <a href="Ivrit" title="Ivrit">Ivrit</a> zu erlernen. Während den jüngeren Falaschen die <a href="Integration_(Soziologie)" title="Integration (Soziologie)">Integration</a> meistens relativ leicht fiel, leben besonders die Älteren oftmals mehr in der Vergangenheit als in der Gegenwart. <a href="Pnina_Tamano-Schata" title="Pnina Tamano-Schata">Pnina Tamano-Schata</a> wurde 2013 als erste äthiopische Jüdin in die Knesset gewählt.
</p><p>Bis heute ist die Integration der Falaschen schwierig geblieben. Es gab und gibt immer noch Rabbiner, die ihr Jüdischsein anzweifeln. Zu den prominentesten zählen bzw. zählten: <a href="Elasar_Menachem_Schach" title="Elasar Menachem Schach">Elasar Menachem Schach</a>, <a href="Joseph_Schalom_Elyashiv" title="Joseph Schalom Elyashiv">Yosef Shalom Eliashiv</a>, <a href="Schlomo_Salman_Auerbach" title="Schlomo Salman Auerbach">Schlomo Salman Auerbach</a> und <a href="Moshe_Feinstein" title="Moshe Feinstein">Moshe Feinstein</a>.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Filme">Filme</h2></div>
<p>Ein Film, der vor dem Hintergrund der Operation Moses spielt, ist <i><a href="Geh_und_lebe" title="Geh und lebe">Geh und lebe</a></i> (<i>Va, Vis et Deviens</i>; 2005) von <a href="Radu_Mih%C4%83ileanu" title="Radu Mihăileanu">Radu Mihăileanu</a>. Im Dokumentarfilm <i>Code Name Silence</i> (<i>Kod Schtika</i>; 2005) von Yifat Kedar werden Vorfälle von Missbrauch an Flüchtlingen durch vom <a href="Mossad" title="Mossad">Mossad</a> angeheuerte äthiopische Helfer behandelt.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Film The Red Sea Diving Resort (2019) von <a href="Gideon_Raff" title="Gideon Raff">Gideon Raff</a> basiert auf der Operation Moses.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/Judaism/ejhist.html">www.jewishvirtuallibrary.org</a>, abgerufen am 15. Dezember 2012 (englisch)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.jewishfederations.org/page.aspx?id=791">www.jewishfederations.org</a>, abgerufen am 15. Dezember 2012 (englisch)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.bbc.com/news/stories-43702764">Raffi Berg, Red Sea Diving Resort: The holiday village run by spies</a>, BBC, 5. August 2019</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Gad Shimron, Mossad Exodus. The daring undercover rescue of the lost jewish tribe, Jerusalem: Gefen 2007</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Haaretz, The Making of History - Operation Georges <a rel="nofollow" class="external autonumber" href="http://www.haaretz.com/weekend/week-s-end/the-makings-of-history-operation-georges-1.295453">[1]</a></span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.neunlindenhof.de/migration/israel/G1_Text6.html">www.neunlindenhof.de</a><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://IABotdeadurl.invalid/http://www.neunlindenhof.de/migration/israel/G1_Text6.html">@1</a></span><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.neunlindenhof.de/migration/israel/G1_Text6.html">@2</a></span><span style="display:none">Vorlage:Toter Link/www.neunlindenhof.de</span> <small>(Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. <a rel="nofollow" class="external text" href="http://timetravel.mementoweb.org/list/2010/http://www.neunlindenhof.de/migration/israel/G1_Text6.html">Suche in Webarchiven</a>)</small>&nbsp;<small class="archiv-bot"><span class="wp_boppel noviewer" aria-hidden="true" role="presentation"><span typeof="mw:File"><span title="i"></span></span></span>&nbsp;<b>Info:</b> Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</small></span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Rabbi Eliezer Waldenberg, <i>Tzitz Eliezer</i>, <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.hebrewbooks.org/download.aspx?req=14516">Volume 17</a>, subject 48, <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.hebrewbooks.org/pdfpager.aspx?req=14516&amp;pgnum=114">Seite 105</a>.</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Michael Ashkenazi, Alex Weingrod. <i>Ethiopian Jews and Israel</i>, Transaction Publishers, 1987, Seite 30, Fußnote 4.</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.film.at/kod_sch_tikah_code_name_silence/">Kod Sch’tikah (Code Name Silence) – Kinofilm – film.at</a></span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.moviepilot.de/movies/red-sea-diving-resort"><i>The Red Sea Diving Resort | Film 2019.</i></a><span class="Abrufdatum"> Abgerufen am 22.&nbsp;Januar 2023</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AOperation+Moses&amp;rft.title=The+Red+Sea+Diving+Resort+%7C+Film+2019&amp;rft.description=The+Red+Sea+Diving+Resort+%7C+Film+2019&amp;rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.moviepilot.de%2Fmovies%2Fred-sea-diving-resort&amp;rft.language=de">&nbsp;</span></span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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